§ 5: Ausstattung zur Verbrauchserfassung

Um den Verbrauch von Heizenergie zu erfassen, müssen die Gebäude mit den erforderlichen Erfassungsgeräten ausgestattet werden. Nähere Regelungen über die Art der Ausstattung trifft § 5 HeizkostenV:

§ 5 Ausstattung zur Verbrauchserfassung

(1) Zur Erfassung des anteiligen Wärmeverbrauchs sind Wärmezähler oder Heizkostenverteiler, zur Erfassung des anteiligen Warmwasserverbrauchs Warmwasserzähler oder andere geeignete Ausstattungen zu verwenden. Soweit nicht eichrechtliche Bestimmungen zur Anwendung kommen, dürfen nur solche Ausstattungen zur Verbrauchserfassung verwendet werden, hinsichtlich derer sachverständige Stellen bestätigt haben, dass sie den anerkannten Regeln der Technik entsprechen oder dass ihre Eignung auf andere Weise nachgewiesen wurde. Als sachverständige Stellen gelten nur solche Stellen, deren Eignung die nach Landesrecht zuständige Behörde im Benehmen mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt bestätigt hat. Die Ausstattungen müssen für das jeweilige Heizsystem geeignet sein und so angebracht werden, dass ihre technisch einwandfreie Funktion gewährleistet ist.
(2) Wird der Verbrauch der von einer Anlage im Sinne des § 1 Absatz 1 versorgten Nutzer nicht mit gleichen Ausstattungen erfasst, so sind zunächst durch Vorerfassung vom Gesamtverbrauch die Anteile der Gruppen von Nutzern zu erfassen, deren Verbrauch mit gleichen Ausstattungen erfasst wird. Der Gebäudeeigentümer kann auch bei unterschiedlichen Nutzungs- oder Gebäudearten oder aus anderen sachgerechten Gründen eine Vorerfassung nach Nutzergruppen durchführen.

1. Ausstattung zur Erfassung des Wärmeverbrauchs

Zur Erfassung des anteiligen Warmwasserverbrauchs sind nach § 5 Absatz 1 Satz 1 HeizkostenV Wärmezähler oder Heizkostenverteiler zu verwenden. Es handelt sich hierbei um eine abschließende Aufzählung der zulässigen Systeme.

Wärmezähler messen den konkreten Energieverbrauch und geben ihn in einer bestimmten Maßeinheit an, während Verteiler nur einen Verhältniswert angeben, aus dem sich die Relation des Einzelverbrauchs zum Gesamtverbrauch des Gebäudes ermitteln lässt. Nur beim Zähler kann der Nutzer seinen Verbrauch quasi live verfolgen und darauf reagieren, während er beim Verteiler nur einen Jahresüberblick mit der Betriebskostenabrechnung bekommt.

Wärmezähler kommen für Wohngebäude wegen der damit verbundenen hohen Kosten in der Regel nicht in Betracht. Bei den Heizkostenverteilern gibt es Verdunstungsgeräte und die elektronischen Heizkostenverteiler. Früher wurden überwiegend Verdunstungsgeräte verwendet. Mittlerweile sind die elektronischen Heizkostenverteiler auf dem Vormarsch, oft kombiniert mit Funkausstattung. Dann müssen die Wohnungen zur Ablösung der Zähler nicht mehr betreten werden.

Wärmezähler

Wärmezähler messen den konkreten Energieverbrauch und geben ihn in einer bestimmten Maßeinheit an. Sie sind bei allen Heizungssystemen einsetzbar, aber teuer und kommen daher zur Verbrauchsmessung in Wohngebäuden in der Regel nicht in Betracht.

Wärmezähler bestehen aus den Temperaturfühlern, dem Volumenmeßgerät und dem elektronischen Rechenwerk mit der Anzeige der verbrauchten Energie. Aus der Temperaturdifferenz von Vor- und Rücklauf und der Menge des Heizwassers ermittelt das Rechenwerk den jeweilige Verbrauch.

Elektronische Heizkostenverteiler

Elektronische Heizkostenverteiler messen die Differenz zwischen der Oberflächentemperatur des Heizkörpers und der Raumtemperatur und ermitteln daraus den Energieverbrauch. Gegenüber Verdunstungsgeräten sind sie leichter ablesbar, können die jeweiligen Verbrauchswerte taggenau speichern und lassen sich mit Funktechnik ausstatten, so dass die Wohnung zur Ablösung nicht mehr betreten werden muss. Das reduziert den Aufwand für Vermieter und Mieter.

Elektronische Heizkostenverteiler können nur bei Heizkörpern eingesetzt werden, die allerdings immer noch in den meisten Wohnungen der Beheizung dienen. Sie sind nicht geeignet für Fußbodenheizungen oder Strahlungsheizsysteme.

Verdunstungsgeräte

Verdunstungsgeräte messen den Verbrauch dadurch, dass eine spezielle Flüssigkeit unter dem Einfluss von Wärme in einem bestimmten Maß verdunstet. Der ermittelte Wärmeverbrauch dient zur anteiligen Kostenverteilung.

Verdunstungsgeräte können nur bei Heizkörpern eingesetzt werden, die allerdings immer noch in den meisten Wohnungen der Beheizung dienen. Sie sind nicht geeignet für Fußbodenheizungen oder Strahlungsheizsysteme.

Auswahl und Montage sollte man den Fachleuten überlassen. Die Verdunstungsgeräte müssen nämlich auf das Heizungssystem und die jeweiligen Heizkörper abgestimmt werden, da es die unterschiedlichsten Bauarten und Größen mit jeweils unterschiedlicher Wärmeabgabe gibt. Außerdem ist die genaue Montage der Verdunstungsgeräte am Heizkörper abhängig vom Heizungssystem und der Heizkörperart.

Verdunstungsgeräte bestehen aus einem Unterteil zur Befestigung am Heizkörper, der Glasampulle mit der Messflüssigkeit und einer Messskala. In der Regel ist auch noch ein Fach zur Aufbewahrung der Vorjahresampulle vorhanden. Das ganze wird verplombt, um Manipulationen durch zeitweiligen Abbau zu verhindern.

Bei Verdunstungsgeräten ist die sogenannte Kaltverdunstung zu berücksichtigen, d. h. die Verdunstung der Messflüssigkeit auch bei abgeschaltetem Heizkörper auf Grund anderer Wärmequellen wie z.B. der Sonneneinstrahlung. Um diese zu berücksichtigen wird die Ampulle über den Skalennullpunkt hinaus mit einer Kaltverdunstungsvorgabe gefüllt.

Wird das Gebäude mit einer neuen Heizung oder einer Wärmedämmung energetisch modernisiert, müssen auch die Verdunstungsgeräte an die neue Situation angepasst und erneuert werden.

Die Eichpflicht

Nach § 5 Absatz 1 Satz 2 HeizkostenV dürfen nur solche Ausstattungen zur Verbrauchserfassung verwendet werden,
• die entweder den eichrechtliche Bestimmungen entsprechen,
• oder hinsichtlich derer sachverständige Stellen bestätigt haben, dass sie den anerkannten Regeln der Technik entsprechen oder dass ihre Eignung auf andere Weise nachgewiesen wurde. Als sachverständige Stellen gelten nur solche Stellen, deren Eignung die nach Landesrecht zuständige Behörde im Benehmen mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt bestätigt hat.

Die Ausstattungen müssen gemäß nach § 5 Absatz 1 Satz 3 HeizkostenV für das jeweilige Heizsystem geeignet sein und so angebracht werden, dass ihre technisch einwandfreie Funktion gewährleistet ist.

Eichpflichtig sind die Wärmezähler ­und die Warmwasserzähler, nicht jedoch die Heizkostenverteiler. Die Eichfrist für diese Geräte beträgt 5 Jahre. Nach Ablauf dieser Frist müssen sie nachgeeicht werden (In der Regel werden die Geräte gegen neue ausgetauscht, da dies kostengünstiger als die Eichung ist). Die Kosten sind anteilsmäßig auf die Eichdauer zu verteilen. Da die Geräte zumeist gemietet sind, ist der regelmäßige Eichaustausch in der Jahresmiete mit enthalten.

Wird die Eichfrist nicht eingehalten, darf ein Gerät nicht weiter benutzt werden, da es sich nicht mehr um ein geeichtes und damit zur Verbrauchserfassung geeignetes Gerät handelt. Mit den mit einem solchen Gerät ermittelten Werten kann keine verordnungsgemäße Verbrauchserfassung und Kostenverteilung erfolgen. Die Kosten müssen nach § 9 a HeizkostenV ermittelt werden. Außerdem kann der Nutzer das Kürzungsrecht nach § 12 Absatz 1 HeizkostenV in Anspruch nehmen.

Die nicht eichpflichtigen Heizkostenverteiler bedürfen hinsichtlich ihrer Eignung der Bestätigung sachverständiger Stellen. Diese sachverständigen Stellen müssen von den jeweiligen Landesbehörden im Benehmen mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt anerkannt worden sein. Dies wird nachgewiesen durch ein auf den Geräten angebrachtes behördliches Zulassungszeichen.

2. Ausstattung zur Erfassung des Warmwasserverbrauchs

Zur Erfassung des anteiligen Warmwasserverbrauchs sind nach § 5 Absatz 1 Satz 1 HeizkostenV Warmwasserzähler oder andere geeignete Ausstattungen zu verwenden.

Der Warmwasserzähler wird an der Zapfstelle eingebaut und misst den Durchfluss des erwärmten Wassers. Auch Warmwasserzähler sind eichpflichtig. Die Eichfrist beträgt 5 Jahre. Nach Ablauf dieser Frist müssen sie nachgeeicht werden (In der Regel werden die Geräte gegen neue ausgetauscht, da dies kostengünstiger als die Eichung ist). Die Kosten sind anteilsmäßig auf die Eichdauer zu verteilen. Da die Geräte zumeist gemietet sind, ist der regelmäßige Eichaustausch in der Jahresmiete mit enthalten.

3. Vorerfassung

Normalerweise werden in einem Wohngebäude für alle Nutzungseinheiten die gleichen Geräte zur Verbrauchserfassung genutzt. Dies kann jedoch aus technischen Gründen auch anderes sein. In die Kostenverteilung können jedoch nur Werte einfließen, die bei den Nutzern mit demselben Erfassungssystem ermittelt worden sind, da sie nur dann vergleichbar sind. Wird der Verbrauch nicht mit gleichen Ausstattungen erfasst, so sind daher nach § 5 Absatz 2 HeizkostenV zunächst durch eine sogenannte Vorerfassung vom Gesamtverbrauch die Anteile der Gruppen von Nutzern zu erfassen, deren Verbrauch mit gleichen Ausstattungen erfasst wird.

Der Gebäudeeigentümer kann auch bei unterschiedlichen Nutzungs- oder Gebäudearten oder aus anderen sachgerechten Gründen eine Vorerfassung nach Nutzergruppen durchführen. Ein typischer Fall ist die Vorerfassung bei einem Gebäude mit Wohnungen einerseits und Gewerberäumen andererseits.

Die Vorerfassung erfolgt mit Wärmezählern, die jeweils die von einer Nutzergruppe insgesamt verbrauchte Wärme erfassen (Z.B. einer für Wohnen und einer für Gewerbe). Für jede Nutzergruppe muss ein eigener Wärmezähler angebracht werden. Der Gesamtverbrauch der jeweiligen Nutzergruppen ist zu erfassen. Es ist nicht zulässig, nur den Verbrauch einer Nutzergruppe zu erfassen und den der anderen rechnerisch durch Subtraktion zu ermitteln.

Die Verteilung der so ermittelten Verbräuche innerhalb der Nutzergruppen erfolgt dann nach § 6 Absatz 2 Satz 3 HeizkostenV nach den allgemeinen Regelungen der HeizkostenV.

Bild: VRD / Fotolia

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