Aktiv formulieren

Man kann Texte in der aktiven oder in der passiven Form verfassen:

Passiv: „Die Kosten der Müllentsorgung wurden durch ein modernes Abfallmanagement reduziert.“

Aktiv: „Wir haben ein modernes Abfallmanagement eingeführt und konnten dadurch die Kosten der Müllentsorgung reduzieren.“

Die aktive Form ist lebendig und verdeutlicht dem Leser das Geschehen. Sie zeigt die wichtigste Information, nämlich dass es einen Akteur gibt, der etwas mit seinen Entscheidungen und seinen Maßnahmen bewirkt hat. Die passive Form hingegen verschleiert interessante Informationen, lässt insbesondere Ursache und Wirkung im Unklaren. Hinzu kommt, dass die Leser manchmal länger brauchen, um einen Satz im Passiv zu verstehen und dass es leichter zu Mißverständnissen kommt. Man sollte Texte an die Mieter daher in der Regel in der aktiven Form verfassen. Das beste Mittel dafür sind die aktiven Verben. Durch sie ist der Text lebendig. Man sollte sie daher oft und direkt verwenden und ihnen die Rolle des Prädikats im Satz zuweisen (Duden, Stilsicher schreiben, Seite 70).

Beseitigt man einen Mangel an der Flurbeleuchtung, sollte es heißen:„Wir werden die Flurbeleuchtung morgen reparieren”, und nicht „Die Flurbeleuchtung wird morgen repariert”. Fordert man einen Mieter auf, die geschuldeten Schönheitsreparaturen durchzuführen, so sollte man ihn darauf hinweisen, dass man ihm andernfalls „die Kosten der Ersatzvornahme berechnen wird” statt sie ihm „in Rechnung zu stellen”.

Die passive Form kann man in Betracht ziehen, wenn es auf den Handelnden nicht ankommt oder wenn es dem Verfasser vielleicht sogar lieber ist, ihn ein wenig aus dem Licht zu rücken. Dies kann bei für die Mieter schlechten Nachrichten wie Mieterhöhungen oder Kündigungen der Fall sein („Aufgrund des Abrechnungsergebnisses werden die Betriebskostenvorauszahlungen um 30 € monatlich erhöht”). Ein selbstbewusster Vermieter wir jedoch auch in dieser Situation die aktive Form vorziehen und sich nicht hinter einer grammatischen Konstruktion verstecken.

Vor allem wenn es Ihnen um eine bestimmte Wirkung des Textes geht sollten Sie den Verben den Vorzug vor den Substantiven geben, auch wenn diese den gleichen Sinn ergeben. „Trotz der Proteste der Mieter musste die Gästewohnung auf Anweisung des Bezirksamtes geschlossen werden.” Der Protest kommt hier harmlos in Form eines Substantives zur Sprache. Wenn Sie wollen, dass die Leser Ihrer Mieterzeitung die Proteste förmlich hören und die empörten Gesichter vor Augen haben, sollten Sie sich eines Verbes bedienen:„Die Gästewohnung musste auf Anweisung des Bezirksamtes geschlossen werden, obwohl die Mieter dagegen protestierten.”

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