Autowäsche

Das Auto ist immer noch des Deutschen liebstes Kind. Das wird es auch bleiben, wenn es nicht mehr von Benzin- oder Dieselmotoren angetrieben wird. An den Wochenenden werden sich weiterhin Millionen Autobesitzer der Pflege ihres Fortbewegungsmittels widmen.

Die meisten fahren dafür mittlerweile wahrscheinlich in professionelle Waschstraßen. Gut so! Das Abwasser aus der Fahrzeugwäsche enthält nämlich nicht nur Reinigungsmittel, sondern auch Kraft- und Schmierstoffe, die in Gewässer und Boden gelangen können. Nach dem Berliner Wassergesetz darf Abwasser, das bei der Reinigung von Fahrzeugen anfällt und mit Reinigungsmitteln versetzt ist, nämlich nicht direkt oder über einen Kanal (z.B. die Regenwasserkanalisation) in ein Gewässer oder ins Grundwasser gelangen. In rund 3/4 des Berliner Stadtgebiets ist die Autowäsche daher verboten. Darüber hinaus sind in den Wasserschutzgebieten weitere sehr strenge Auflagen zu beachten. In den Waschanlagen wird das Waschwasser mit Abscheidern und Wasseraufbereitungsanlagen behandelt und gereinigt. Anschließend wird es größtenteils zum Waschen wiederverwendet.

Unabhängig von dieser öffentlich-rechtlichen Einschätzung stellen sich auch mietrechtliche Fragen. Es gehört nicht zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache im Sinne des § 535 Absatz 1 BGB, dass man sein Kraftfahrzeug auf dem Gebäudegrundstück waschen darf. Selbst dann nicht, wenn ein Stellplatz im Mietvertrag für die Wohnung mit enthalten ist. Das Waschen eines Kraftfahrzeuges auf unbefestigtem Boden, wo das Waschwasser in das Grundwasser vordringen kann, ist nach dem Wasserrecht untersagt. Wenn überhaupt ist das nur auf gesonderten Waschplätzen zulässig, die es insbesondere in großen Wohnanlagen noch gibt. Diese haben einen festen Boden mit Zuleitung zur Entwässerung und genügen damit den Anforderungen des Wasserrechts. Dabei muss auch darauf geachtet werden, dass der Wasseranschluss des Waschplatzes einen eigenen Zähler hat, damit die durch die Autowäschen verursachten Wasser- und Abwasserkosten nicht von der Hausgemeinschaft getragen werden müssen. Hier hat vielmehr ein Vorabzug zu erfolgen. 

Bild: Alexander-Marushin / Fotolia

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