Bauteile und Bodenerhöhungen

Bauteile

Der Eigentümer und der Nutzungsberechtigte eines Grundstücks müssen nach § 19 Absatz 1 NachbG Bln dulden, daß der Nachbar an ihrem höheren Gebäude Schornsteine, Lüftungsleitungen und Antennenanlagen seines angrenzenden niedrigeren Gebäudes befestigt, wenn

  1. die Höherführung der Schornsteine und Lüftungsleitungen für deren Betriebsfähigkeit und die Höherführung der Antennenanlage für einen einwandfreien Empfang von Sendungen erforderlich ist,
  2. Schornsteine, Lüftungsleitungen und Antennenanlagen anders nur mit erheblichen technischen Nachteilen oder mit unverhältnismäßig hohen Kosten höhergeführt werden können,
  3. das betroffene Grundstück nicht erheblich beeinträchtigt wird,
  4. die Erhöhung und Befestigung öffentlich-rechtlich zulässig ist.

Der Eigentümer und der Nutzungsberechtigte des betroffenen Grundstücks müssen nach § 19 Absatz 2 NachbG Bln ferner dulden, daß

  1. die höhergeführten Schornsteine, Lüftungsleitungen und Antennenanlagen von ihrem Grundstück aus unterhalten werden, wenn dies ohne Benutzung ihres Grundstücks nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten möglich ist,
  2. die hierzu erforderlichen Anlagen auf diesem Grundstück angebracht werden; sie können den Berechtigten statt dessen darauf verweisen, an dem höheren Gebäude auf eigene Kosten außen eine Steigleiter anzubringen, wenn dadurch die Unterhaltungsarbeiten ermöglicht werden.

Dies gilt nach § 19 Absatz 3 NachbG Bln für Antennenanlagen nicht, wenn dem Eigentümer des niedrigeren Gebäudes die Mitbenutzung der dazu geeigneten Antennenanlage des höheren Gebäudes gestattet wird.

Die Absicht, diese Rechte auszuüben, ist nach § 19 Absatz 4 NachbG Bln anzuzeigen; § 7 NachbG Bln gilt für die Anzeige entsprechend. Keiner vorherigen Anzeige bedürfen kleinere Arbeiten zur Unterhaltung der Anlage; zur Unzeit brauchen sie allerdings nicht geduldet zu werden.

Für die Verpflichtung zum Schadensersatz gilt nach § 19 Absatz 5 NachbG Bln § 13 NachbG Bln entsprechend.

Bodenerhöhungen

Der Boden eines Grundstücks darf nach § 20 NachbG Bln nicht über die Oberfläche des Nachbargrundstücks erhöht werden, es sei denn, es wird ein solcher Abstand zur Grundstücksgrenze eingehalten oder es werden solche Vorkehrungen getroffen und unterhalten, daß eine Schädigung des Nachbargrundstücks insbesondere durch Absturz, Abschwemmung oder Pressung des Bodens ausgeschlossen ist.

Bodenerhöhungen im Sinne dieser Vorschrift sind zum Beispiel Aufschüttungen oder erhöhte Terrassen und Auffahrten. 

Bild: Stefan Pfeiffer

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