Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland

Die Einwohnerzahl Deutschlands steigt aufgrund der überdurchschnittlich hohen Wanderungsgewinne seit 2012 wieder an. Das Statistische Bundesamt (Pressemitteilung vom 27. Januar 2017) geht davon aus, dass Ende 2016 etwa 82,8 Millionen Menschen in Deutschland gelebt haben. Damit würde Ende 2016 der bisherige Höchststand vom Jahresende 2002 von gut 82,5 Millionen Personen übertroffen werden.

Schon seit 2010 gewinnt Deutschland durch reguläre Arbeitsmigration jährlich mehr Einwohner hinzu. Dafür sind zwei Faktoren ausschlaggebend: Zum einen ermöglicht der Wegfall der meisten Freizügigkeitsbeschränkungen mehr Zuwanderung aus den EU-Ländern Ost- und Südosteuropas, die der EU erst vor wenigen Jahren beigetreten sind. Zum anderen hat die andauernde Wirtschaftskrise in weiten Teilen Europas, begleitet von einer hohen Arbeitslosigkeit in den betroffenen Ländern, Deutschland als Arbeitsmarkt deutlich attraktiver gemacht. Durch die robuste Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre ist Deutschland als Zielland der europäischen Binnenmigration attraktiv (GdW, Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2016/2017, Seite 24).

Seit 2015 wurde dieser Trend durch die erhöhte Flüchtlingszuwanderung deutlich verstärkt. Spätestens mit ihrer Asyl- und Flüchtlingsanerkennung haben Flüchtlinge das Recht, eine eigene Wohnung zu beziehen und werden dann als Nachfrager auf dem regulären Wohnungsmarkt relevant. Den aus der Flüchtlingszuwanderung zwischen Anfang 2015 und Ende Juni 2016 resultierenden Wohnungsbedarf schätzt der GdW auf rund 260.000 Wohnungen (GdW, Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2016/2017, Seite 28).

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erreichte der Saldo von Zu- und Abwanderung 2015 ein Plus von 1,1 Millionen Personen. Im Mittel der Jahre 2010 und 2016 werden im Saldo jährlich 500.000 Personen nach Deutschland zugewandert sein (GdW, Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2016/2017, Seite 8).

Hinzu kommt eine vor allem von jungen Menschen getragene Binnenwanderung, die zum studieren oder zum Arbeiten in die Städte ziehen. Im Wintersemester 2015/2016 waren rund 2.755.000 Studentinnen und Studenten  an einer deutschen Hochschule immatrikuliert. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik haben so viele junge Menschen eine Hochschule besucht. Die Zahl der Studierenden lag 2015 um 40 % über dem Stand von 2004. In den vergangenen zwölf Jahren ist die Zahl der Studierenden damit um knapp 800.000 gestiegen. In den Universitätsstädten führt dies zu zusätzlicher Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt. Als einkommensschwache Haushalte sucht auch der überwiegende Teil der Studierenden Wohnungen im unteren Preissegment. Die Nachfrage richtet sich dabei auf preisgünstige kleine Wohnungen oder Wohnungen, die vom Grundriss her für Wohngemeinschaften geeignet sind. Die Situation wird sich in den nächsten Jahren nicht entspannen (GdW, Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2016/2017, Seite 29/30).

Die Großstädte, die Ballungszentren und die Universitätsstädte wachsen durch ihre Binnen- und Außenwanderungsgewinne. Der ländliche Raum verliert dagegen deutlich an Einwohnern. Nur knapp 28 % aller Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland weisen eine wachsende Bevölkerungszahl auf. Hier leben allerdings rund 38 % aller Haushalte und knapp 45 % aller Mietwohnungen liegen in diesen Räumen (GdW, Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2016/2017, Seite 8).

Die Bevölkerungsentwicklung in Berlin

Was für die deutschen Großstädte insgesamt gilt, gilt in besonderem Maße für Berlin: Die Stadt wächst seit Jahren, ein Ende dieser Entwicklung ist aktuell nicht absehbar. Ende 2016 wohnten offiziell 3.574.830 Menschen in der Stadt, was einen neuen Höchstwert seit Anfang der 40-er Jahre des letzten Jahrhunderts bedeutet. Berlin ist als Wohn-, Arbeits- und Studienort vor allem für junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren aus dem In- und Ausland attraktiv (IBB Wohnungsmarktbericht 2017, Seite 12).

Die Zahl der Haushalte

Die Anzahl der Privathaushalte in Deutschland wird nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Pressemitteilung Nr. 067 vom 28.02.2017) von 40,8 Mio. im Jahr 2015 auf 43,2 Mio. im Jahr 2035 anwachsen. Schon aufgrund der erwarteten Bevölkerungsentwicklung müsste bis 2035 mit einem Anstieg auf 41,5 Mio. Haushalte in Deutschland gerechnet werden. Der zusätzliche Trend zu mehr Ein- und Zwei-Personen-Haushalten verursache einen weiteren Anstieg um 1,6 Mio.

Die Anzahl der Menschen, die in Ein- oder Zwei-Personen-Haushalten leben, werde von 45 Mio. auf etwa 50 Mio. zunehmen. 26 Mio. von diesen werden 60 Jahre oder älter sein. Das wären 5,5 Mio. mehr als im Jahr 2015.

Die Anzahl der Haushalte mit drei oder mehr Personen wird laut der Prognose von 9,9 Mio. auf 8,8 Mio. zurückgehen.

Während die Anzahl der Hauhalte in den westdeutschen Flächenländern von 2015 bis 2035 voraussichtlich um 7 % und in den Stadtstaaten sogar um 13 % steigen wird, wird sie in den ostdeutschen Flächenländern um ca. 3 % abnehmen.

Bild: Graphithèque / Fotolia

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