Wartung der Blitzschutzanlage

Auch wenn es in unseren Breiten nur selten zu Blitzeinschlägen in Gebäude kommt, so sollte man doch Vorkehrungen dagegen treffen. Die Wahrscheinlichkeit eines Blitzeinschlages ist zwar gering, der potentielle Schaden aber gewaltig. Im schlimmsten Fall kommt es zum Totalschaden. Gegen den materiellen Schaden kann man sich zwar versichern, gegen den  Verlust von Menschenleben jedoch nicht.

Blitzeinschläge können ganze Gebäude oder Teile davon zerstören, vor allem wenn in ihrer Folge Brände entstehen. Der Blitz kann auch durch elektrische Leitungen oder Rohrleitungen in das Innere von Gebäuden eindringen und dort weitere Zerstörungen anrichten.

Ein Blitzschutzsystem besteht daher aus einem Blitzableiter als äußerem Blitzschutz sowie einem Überspannungsschutz als innerem Blitzschutz.

Wartung

Blitzschutzanlagen müssen gewartet werden. Die Wartung des Blitzschutzsystems muss gemäß DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) von einer sogenannten „Blitzschutz-Fachkraft“ durchgeführt werden. Eine Blitzschutzfachkraft ist entsprechend DIN EN 62305-3 Beiblatt 3, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Normen Blitzschutzsysteme planen, errichten und prüfen kann.

Regelmäßige Wartungen sind Voraussetzung für die dauernde Wirksamkeit eines Blitzschutzsystems. Sie sollten alle 1 bis 4 Jahre durchgeführt werden.

Die Häufigkeit der Durchführung von Wartungsarbeiten ist von folgenden Faktoren abhängig:

  • Witterungs- und umgebungsbezogenem Qualitätsverlust;
  • Einwirkung von direkten Blitzeinschlägen und daraus entstandene mögliche Schäden;
  • Schutzklasse der baulichen Anlage;

Die Maßnahmen der Wartung sollten differenziert für jedes Blitzschutzsystem festgelegt und fester Bestandteil des Gesamtwartungsprogrammes der baulichen Anlage werden. Nachstehende Maßnahmen sollte eine Wartungsroutine enthalten:

  • Prüfen aller Leiter und Bauteile des Blitzschutzsystems;
  • Messen des elektrischen Durchganges von Installationen des Blitzschutzsystems;
  • Messen des Erdungswiderstandes der Erdungsanlage;
  • Sichtprüfung aller Überspannungsschutzgeräte (bezieht sich auf Überspannungsschutzgeräte an den eingeführten Leitungen der Starkstromanlage und des Informationssystems) ob Beschädigungen oder Auslösungen vorliegen;
  • Wiederbefestigung von Bauteilen und Leitern;
  • Prüfung der unveränderten Wirksamkeit des Blitzschutzsystems nach zusätzlichen Einbauten oder Änderungen an der baulichen Anlage;
Umlage der Kosten

Die Umlagefähigkeit der Wartungskosten wird überwiegend bejaht. Zu diesem Ergebnis kommt man auch, wenn man die Grundsätze anwendet, die der BGH in seiner Entscheidung zur Umlagefähigkeit der Elektrowartung aufgestellt hat.

Wir sind der Auffassung, dass Blitzschutzkosten auch deshalb umlagefähig sind, weil es bei ihnen in erster Linie um die Wahrung der Interessen der Mieter geht. Dann handelt es sich nämlich um Kosten, die im Sinne des § 1 Absatz 1 der BetrKV durch den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Gebäudes entstehen, also durch seine Bewirtschaftung im Rahmen der abgeschlossenen Wohnungsmietverträge.

Es muss sich allerdings auch hier um regelmäßige Arbeiten handeln. Die Kosten der Beseitigung von Störungen sind nicht umlagefähig.

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