Der gemeine Wert

Im Steuerrecht werden Immobilien nach eigenen Grundsätzen bewertet. Ausgangspunkt ist der sogenannte „gemeine Wert”, der in § 9 Absatz 2 Bewertungsgesetz definiert ist:

§ 9 Bewertungsgrundsatz, gemeiner Wert

(1) Bei Bewertungen ist, soweit nichts anderes vorgeschrieben ist, der gemeine Wert zugrunde zu legen.
(2) Der gemeine Wert wird durch den Preis bestimmt, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Wirtschaftsgutes bei einer Veräußerung zu erzielen wäre. Dabei sind alle Umstände, die den Preis beeinflussen, zu berücksichtigen. Ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse sind nicht zu berücksichtigen.
(3) Als persönliche Verhältnisse sind auch Verfügungsbeschränkungen anzusehen, die in der Person des Steuerpflichtigen oder eines Rechtsvorgängers begründet sind. Das gilt insbesondere für Verfügungsbeschränkungen, die auf letztwilligen Anordnungen beruhen.

Trotz der unterschiedlichen Terminologie entspricht der gemeine Wert im wesentlichen dem Verkehrswert. Anders als dieser erfolgt die steuerliche Wertermittlung jedoch nicht in einem anerkannten Wertermittlungsverfahren, sondern im Rahmen einer pauschalen Massenbewertung.

Für verschiedene Steuerarten wird der gemeine Wert nach den Vorschriften des Bewertungsgesetzes auf verschiedene Arten ermittelt. So ist für die im Wohnungsbereich besonders wichtige Grundsteuer der Einheitswert nach § 19 ff BewG zu bestimmen, für die Grunderwerbsteuer der Grundbesitzwert nach den §§ 138 ff BewG.

Die Werte werden durch das Finanzamt, in dessen Zuständigkeitsbereich das Grundstück liegt (Lagefinanzamt), durch einen Feststellungsbescheid festgesetzt.

 

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