Der Wohnungsbestand in Deutschland

Inhalt
  1. Aktuelles
  2. Gebäude und Wohnungen in Deutschland
  3. Anzahl der Gebäude und Wohnungen
  4. Alter der Gebäude und Wohnungen
  5. Eigentümergruppen
  6. Eigentum und Miete
  7. Wohnungsgröße
1. Aktuelles 

Ende 2017 gab es in Deutschland nach einer Pressemitteilung des statistischen Bundesamtes (Pressemitteilung Nr. 275 vom 26.07.2018) knapp 42,0 Millionen Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, erhöhte sich damit der Wohnungsbestand im Vergleich zum Jahr 2010 um 3,7 % beziehungsweise 1,5 Millionen Wohnungen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Wohnungsbestand um 265.000 Wohnungen oder 0,6 %. Somit kamen Ende 2017 auf 1.000 Einwohner 507 Wohnungen und damit 12 Wohnungen mehr als 7 Jahre zuvor (2010: 495 Wohnungen je 1.000 Einwohner).

Die Wohnfläche des Wohnungsbestandes belief sich Ende 2017 auf insgesamt knapp 3,9 Milliarden Quadratmeter (m2). Damit vergrößerte sie sich gegenüber dem Jahr 2010 um 4,6 % beziehungsweise 0,2 Milliarden m2. Die Wohnfläche je Wohnung betrug Ende 2017 durchschnittlich 91,8 m2, die Wohnfläche je Einwohner 46,5 m2. Damit habe sich die Wohnfläche je Wohnung seit dem Jahr 2010 um 0,9 m2 und die Wohnfläche je Einwohner um 1,5 m2 erhöht.

2. Gebäude und Wohnungen in Deutschland

In Deutschland gibt es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kein flächendeckendes Register über den Bestand an Wohngebäuden. Daher wurde im Rahmen des Zensus 2011 eine Gebäude- und Wohnungszählung zum 9. Mai 2011 durchgeführt. Insgesamt wurden dafür rund 19 Millionen Eigentümer und Verwaltungen angeschrieben und zu ihren Gebäuden und/oder Wohnungen befragt. In der Gebäude- und Wohnungszählung wurden unter anderem Merkmale wie die Anzahl der Wohnungen im Gebäude, das Baujahr, die Eigentumsverhältnisse, die Nutzungsart der Wohnung und die Wohnfläche erfasst. Angaben zur Miete wurden nicht erhoben. Aktuelle Daten werden nun in Fortschreibung dieser Erhebung ermittelt.

Die nachfolgenden Angaben zu den Gebäuden und Wohnungen in Deutschland haben wir dem Datenreport 2016 des Statistischen Bundesamtes ab Seite 259 entnommen. Zahlen zum Wohnungsbestand für die Zeit ab 1995 gibt es in der Genesis-Datenbank des Statistischen Bundesamtes.

3. Anzahl der Gebäude und Wohnungen

Im Mai 2011 gab es in Deutschland 18,2 Mio. Wohngebäude mit 38,8 Mio. Wohnungen (42 Mio. zum 31.12.2017).

Deutschlandweit waren im Mai 2011 zwei Drittel (66 %) aller Wohngebäude Einfamilienhäuser. In 17% der Wohngebäude befanden sich zwei Wohnungen und in 12 % waren drei bis sechs Wohnungen zu finden. Über sieben und mehr Wohnungen verfügte insgesamt nur etwa jedes 20. Gebäude (6 %) in Deutschland. Diese Zahlen sehen in den Städten anders aus. In Berlin, Hamburg und Bremen lag der Anteil der großen Gebäude mit 24 % deutlich höher. Der Anteil der Einfamilienhäuser an den Wohngebäuden betrug dort nur 57 %.

Etwa jede dritte Wohnung befindet sich in den Flächenländern in einem Einfamilienhaus. In Berlin, Hamburg und Bremen sind es nur 13 %. In einem Mehrfamilienhaus mit 7 oder mehr Wohnungen befinden sich in den alten Bundesländern 25 % der Wohnungen,  in den neuen 41 %. In Berlin, Hamburg und Bremen sind es 71 % der Wohnungen.

4. Alter der Gebäude und Wohnungen

52% der Gebäude in Deutschland stammen aus der Zeit zwischen 1949 und 1990. Im Osten des Landes ist dieser Anteil mit 26 % deutlich kleiner, was auf die weniger stark ausgeprägte Bautätigkeit in der ehemaligen DDR zurückzuführen ist.

Von den 38,8 Millionen Wohnungen in Wohngebäuden wurden 56 % zwischen 1949 und 1990 gebaut. In den westlichen Ländern lag der Anteil der Wohnungen aus dieser Baualtersklasse bei 60 %, in den östlichen Ländern war er mit 40 % deutlich geringer. Dass der Anteil der Gebäude aus dieser Zeit im Osten mit 26 % so stark von dem Anteil der Wohnungen (40%) abweicht, zeigt, dass in den Jahren zwischen 1949 und 1990 vor allem große Gebäude mit vielen Wohnungen in Plattenbauten errichtet wurden.

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Tabelle: Statistisches Bundesamt

5. Eigentümergruppen

Es gibt fünf verschiedene Eigentümergruppen. Dabei muss man beachten, dass Wohnungseigentümergemeinschaften eigentlich auch Privatpersonen sind, die nur einem anderen Rechtsrahmen unterliegen. Es handelt sich also um Wohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften, die aber nicht den Gemeinschaften gehören, sondern den einzelnen Wohnungseigentümern.

  1. private Unternehmen
  2. öffentliche Unternehmen
  3. Wohnungsgenossenschaften
  4. Wohnungseigentümergemeinschaften
  5. Privatpersonen

59 % aller Wohnungen in Deutschland gehören Privatpersonen, 22 % gehören Mitgliedern von Wohnungseigentümergemeinschaften. Man kann daher sagen: 81 % aller Wohnungen gehören Privatpersonen. 5 % der Wohnungen gehören Wohnungsgenossenschaften, 7 % gehören öffentlichen Wohnungsunternehmen und weitere 7 % gehören privaten Wohnungsunternehmen.

In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sieht es etwas anders aus. Der Anteil der Privatpersonen liegt nur bei 33 %, dafür gehören 20 % der Wohnungen privatwirtschaftlichen Unternehmen, 15 % öffentlichen Unternehmen und 11 % Genossenschaften.

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Tabelle: Statistisches Bundesamt

6. Eigentum und Miete

46 % der Wohnungen werden von den Eigentümern selbst genutzt (=Eigentumsquote). Die anderen sind vermietet. Die höchste Eigentumsquote hat das Saarland mit 63 %, die niedrigste Berlin mit 16 %.

Acht von zehn Mietwohnungen liegen in Gebäuden mit drei und mehr Wohnungen, jede fünfte sogar in einem Gebäude mit 13 und mehr Wohnungen. Mietwohnungen in Ein- oder Zweifamilienhäusern spielen nur eine kleine Rolle (19 %). Besonders deutlich ist dies in den dicht besiedelten Stadtstaaten. Hier machen sie nur 4 % der Mietwohnungen aus.

Die Eigentümerquote steigt, je neuer die Wohnungen sind. Die nach dem Jahr 2000 gebauten Wohnungen weisen den höchsten Anteil an selbst genutzten Wohnungen auf. In Deutschland werden zwei Drittel (67 %) der bewohnten Wohnungen aus dieser Baualtersklasse vom Eigentümer selbst bewohnt. Sogar in den Stadtstaaten waren es bei Neubauten 58%. Diese hohen Werte der Selbstnutzung bei neuen Wohnungen zeigen, dass bei Neubauten nur ein geringer Anteil der Wohnungen dem Mietwohnungsmarkt zur Verfügung steht.

7. Wohnungsgröße

Im Mai 2011 waren die Wohnungen in Deutschland durchschnittlich 91 Quadratmeter groß. Während es in den westlichen Flächenländern 96 Quadratmeter sind, liegen die östlichen Länder mit 79 Quadratmetern und die Stadtstaaten mit 74 Quadratmetern deutlich darunter. Wohnungen, die von den Eigentümern bewohnt werden, sind deutschlandweit mit 118 Quadratmetern deutlich größer als Mietwohnungen mit 71 Quadratmetern. Im Osten steht den Eigentümern mit 105 Quadratmetern und den Mietern mit 63 Quadratmetern deutlich weniger Platz zur Verfügung. In den Stadtstaaten leben Eigentümer auf durchschnittlich 108 Quadratmetern und Mieter auf 66 Quadratmetern.

8 % der Wohnungen haben eine Fläche bis zu 40 m², 62 % der Wohnungen haben eine Fläche von 40 m² bis 79 m², 24 % von 80 m² bis 119 m² und 6 % darüber. Interessant ist, dass neuere Wohnungen immer größer werden. Trotz der Versingelung der Gesellschaft nimmt die Wohnfläche pro Einwohner zu. Das hat auch mit dem schon erwähnten Umstand zu tun, dass neue Wohnungen überwiegend für Eigentümer gebaut werden, die eine größere Wohnfläche in Anspruch nehmen.

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Tabelle: Statistisches Bundesamt

Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person betrug am 9. Mai 2011 in Deutschland 43 Quadratmeter. Im selbst genutzten Eigentum war sie mit 47 Quadratmetern deutlich größer als in Mietwohnungen mit 38 Quadratmetern.

Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person hängt stark von der Anzahl der Personen im Haushalt ab. Je größer die Anzahl der Personen im Haushalt, desto geringer war die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf. Das folgt schon daraus, dass Bad, Küche, Wohnzimmer und Flur in diesen Fällen nicht verdoppelt oder verdreifacht werden müssen. Alleinlebende wohnten durchschnittlich auf 70 Quadratmetern (97 m² im selbst genutzten Eigentum, 59 m² bei Mietern). Paare mit Kind(ern) wohnten durchschnittlich auf 30 Quadratmetern pro Person (im Eigentum: 34 m² und zur Miete 24 m²). Haushalte von Alleinerziehenden konnten 34 m² Wohnfläche pro Person nutzen (im Eigentum: 44 m², in Miete: 30 m²).

Tabelle: Statistisches Bundesamt

Tabelle: Statistisches Bundesamt

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