Die Auswahl der Mieter/Nachmieter

Auswahl der Mieter ist Sache des Vermieters

Die grundrechtlich geschützte Vertragsfreiheit gewährleistet allen Vermietern das Recht, sich im Rahmen des Mietrechts und der jeweiligen örtlichen Marktgegebenheiten einen Mieter ihrer Wahl auszusuchen. Einschränkungen gibt es in erster Linie aufgrund mangelnder Nachfrage, in gewissem Umfang auch aus Rechtsgründen. So schränkt z.B. das Wohnungsbaurecht bei öffentlich geförderten Wohnungen den Kreis potentieller Mieter ein, ebenso schützt das AGG die Mietinteressenten vor einer diskriminierenden Auswahl (Mehr dazu in unserem Beitrag „Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz”). Ansonsten ist es jedoch Sache des Vermieters, sich seinen „Wunschmieter” aus dem Kreis der vorhandenen Interessenten auszuwählen.

Die Frage, wen sich Vermieter am liebsten als Mieter auswählen, ist Gegenstand ständiger und vielfältiger Diskussionen. Das Onlineportal immowelt.de wollte der Frage auf den Grund gehen und hat im November 2008 eine Befragung unter 1.090 Maklern durchgeführt. Die Antworten dürften weiterhin aussagekräftig sein.

Schlechte Karten bei der Wohnungssuche haben vor allem Arbeitslose. Nur 1,8 Prozent der deutschen Makler vermittelt gerne Arbeitslose an ihre Auftraggeber. Das geringe Einkommen wirkt abschreckend, obwohl mit dem JobCenter ein zuverlässiger Geldgeber zur Verfügung steht.

Ähnlich unbeliebt sind Tagesmütter. Nur 2,2 Prozent der Wohnungsvermittler empfehlen diese gerne an ihre Auftraggeber. Makler rechnen mit einer übermäßig starken Abnutzung der Immobilie durch die Betreuungstätigkeit, die sie ihren Kunden nicht zumuten möchten.

Auch Juristen – obgleich sie gut verdienen – zählen mit nur 8,7 Prozent Zustimmung eher zu den problematischen Mietern. Mögliche rechtliche Schritte, Mietminderungen und sonstige Zivilklagen schrecken hier wohl ab.

Am liebsten vermitteln die Makler Immobilien an vermeintlich zuverlässige Menschen mit gesichertem Einkommen. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala rangieren deshalb Beamte (35 Prozent) und Rentner (33,2 Prozent). Aber auch Handwerker stehen hoch im Kurs: Ein Drittel der Makler hofft wohl, diese werden in der Wohnung öfters selbst Hand anlegen und so die Immobilie im Sinne des Vermieters pflegen.

Die beliebtesten Mieter im Überblick (Mehrfachnennungen möglich):

1. Beamte (35,0 Prozent)
2. Rentner (33,2 Prozent)
3. Handwerker (33,1 Prozent)
4. Ärzte (25,2 Prozent)
5. Banker (21,6 Prozent)
6. Polizisten (20,0 Prozent)
7. Lehrer (11,2 Prozent)
8. Studenten (10,1 Prozent)
9. Juristen (8,7 Prozent)
10. Schauspieler (4,6 Prozent)
11. Musiker (3,4 Prozent)
12. Tagesmütter (2,2 Prozent)
13. Arbeitslose (1,8 Prozent)

Wie man sieht sind verschiedene Motive für die Mieterauswahl ausschlaggebend, nicht nur die wirtschaftlichen Verhältnisse. Eines bleibt allerdings immer ausschlaggebend: Man muss sich die Auswahl leisten können. Und das bestimmt allein der Markt.

Auch die Auswahl des Nachmieters ist Sache des Vermieters

Was für die Mietersuche gilt, gilt natürlich auch für die Nachmietersuche: Sie ist grundsätzlich Sache des Vermieters, auch dann, wenn der Mieter aus eigenem Interesse einen Nachmieter sucht und vorschlägt.

In einer im September 2018 veröffentlichten Umfrage (1987 Befragte im August 2018) hat das Immobilienportal ImmoScout24 ermittelt, dass von den Mietern, die zur Zeit der Umfrage einen Umzug planten, ein knappes Viertel (23 Prozent) nach einem Nachmieter suchte. Dabei fielen die Gründe für diese Entscheidung ganz unterschiedlich aus. Insgesamt
60 Prozent der Befragten geben an, sie wollten vorzeitig aus ihrem laufenden Mietvertrag aussteigen und suchten nach einem Nachmieter, um doppelte Mietzahlungen zu vermeiden. Rund 15 Prozent suchten einen Nachmieter, weil sie sich den Renovierungsaufwand ersparen wollten. Und 24 Prozent wollten Freunde oder Bekannten als Nachmieter vorschlagen.

Erstaunlicherweise ergab sich aus der Studie auch, dass fast in allen Fällen (89 %) der vorgeschlagene Nachmieter vom Vermieter akzeptiert wurde. Dabei ist der Vermieter vollkommen frei in seiner Entscheidung, an wen er die Wohnung vermietet. Es scheint also auch häufig im Interesse des Vermieters zu liegen, wenn der Mieter einen Nachmieter präsentiert.

Eine Ausnahme von dem Grundsatz, dass der Vermieter frei in seiner Entscheidung über den Nachmieter ist, besteht in den Fällen, in denen der Mieter ausnahmsweise einen Anspruch auf Abschluss eines Mietaufhebungsvertrages hat (Näheres dazu in unserem Beitrag „Der Aufhebungsvertrag”).

Bild: XtravaganT / Fotolia

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