Die Direktabrechnung

In der Regel werden die für ein zeitgemäßes Wohnen erforderlichen Sach- und Dienstleistungen vom Vermieter eingekauft und den Mietern zur Verfügung gestellt. Eine Ausnahme bilden der in der Wohnung vom Mieter verbrauchte Strom und das Gas bei Gasetagen- oder Gaseinzelheizungen. Hier schließt der Mieter mit dem jeweiligen Versorger einen Vertrag ab, in den der Vermieter nicht einbezogen ist. Verfügt also eine Wohnung in Berlin über eine Gasetgenheizung und einen Gasherd, so schließt der Mieter zumeist einen Vertrag mit Vattenfall über die Lieferung des Stroms und mit der GASAG über die Lieferung des Gases zum Heizen und/oder Kochen. In diese Vertragsbeziehung ist der Vermieter nicht unmittelbar involviert. Die Abrechnung und Zahlung erfolgt direkt zwischen dem Lieferanten und dem Mieter. Auch die Gewährleistungsansprüche des Mieters bei Lieferungsstörungen richten sich ausschließlich gegen den Versorger. Kommt es beispielsweise zu einer Unterbrechung der Gaslieferung im Winter, so darf der Mieter die Miete nicht mindern. Da die Gaslieferung nicht zur Leistungspflicht des Vermieters gehört, stellt die Unterbrechung keinen Mangel der Mietsache dar. Unberührt bleibt allerdings die Verpflichtung des Vermieters, für einen ordnungsgemäßen Zustand der Ver- und Entsorgungsleitungen zu sorgen. Beruht die Unterbrechung der Gaszufuhr auf einem Mangel der Versorgungsleitungen, handelt es sich doch um einen Mangel der Mietsache mit allen Gewährleistungsansprüchen für den Mieter.

Weitere Leistungen als Wohnungsstrom und Gas sind in Berlin in der Regel nicht Gegenstand der Direktabrechnung. Früher war es nach § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 2 MHG für den Vermieter möglich, durch eine einseitige Erklärung zu bestimmen, dass die Kosten der Wasserversorgung, der Entwässerung und der Müllabfuhr unmittelbar zwischen den Mietern und den Leistungserbringern abgerechnet werden. Diese Möglichkeit ist jedoch im Zuge der Mietrechtsreform abgeschafft worden. Sie ist in Berlin auch nicht möglich, da die BWB und die BSR nur Verträge mit den Vermietern abschließen. Lediglich beim Gewerbemüll sieht es anders aus.

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