Die Hausratversicherung

Inhalt:
  1. Das versicherte Risiko der Hausratversicherung
  2. Die versicherten Gefahren
  3. Die generellen Ausschlüsse
  4. Der Versicherungsort
  5. Der versicherte Hausrat
  6. Die versicherten Kosten
  7. Die Versicherungssumme
  8. Der Versicherungsschutz bei Umzug

Die Hausratversicherung ist anders als die anderen hier vorgestellten Versicherungen, da sie nicht vom Eigentümer (Außer beim selbstgenutzten Eigentum) und Vermieter abgeschlossen wird, sondern von den Mietern, deren Hausrat durch sie versichert wird. Es gibt viele mögliche Schadensursachen: Einbruch und Diebstahl aus der Wohnung, ein Brand im Haus, ein Wasserschaden durch eine geplatzte Leitung, die defekte Waschmaschine des Nachbarn. Im manchen dieser Fälle mag es einen Schadensersatzanspruch gegen den Verursacher geben. Häufig ist der Verursacher aber nicht bekannt oder nicht zahlungsfähig. Außerdem möchte man schnell Geld sehen, nicht erst nach aufwändigen Recherchen und ggfls. einem Gerichtsverfahren. Denn wer kommt schon länger ohne Hausrat aus. Schließlich und endlich ist es auch oft so, dass entgegen der Erwartungen mancher Mieter der Vermieter nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann, weil Schadensersatzansprüche Verschulden voraussetzen. Wenn die Leitung platzt und das Wasser die Wohnung überschwemmt, muss der Vermieter zwar die Wände, die Decken und die Böden wider herrichten. Für den Schaden am Eigentum des Mieters muss er jedoch in den meisten Fällen nicht geradestehen, da er ihn nicht schuldhaft verursacht hat. In allen diesen Fällen ist es gut wenn man als Mieter eine Hausratversicherung hat.

1. Das versicherte Risiko der Hausratversicherung

Laut den „Allgemeinen Hausrat Versicherungsbedingungen (VHB 2016 – Quadratmetermodell)” schützt die Verbundene Hausratversicherung vor den finanziellen Folgen von Sachschäden am Hausrat. Versichert sind Schäden durch die in diesen Versicherungsbedingungen zusammengefassten Gefahren. Wird der Hausrat zerstört oder beschädigt, entschädigt die Hausratversicherung in der Regel die Wiederbeschaffung in gleicher Art und Güte im neuwertigen Zustand. Berechnet wird die Entschädigung nach dem Neuwert zum Zeitpunkt des Versicherungsfalls. Der Neuwert des zu versichernden Hausrats ist die Grundlage für die Versicherungssumme.

2. Die versicherten Gefahren

Der Versicherer entschädigt nach Abschnitt A 1 der VHB 2016 versicherte Sachen, die durch folgende Ereignisse (Gefahren) zerstört oder beschädigt werden oder infolge solcher Ereignisse abhandenkommen:

  • Brand; Blitzschlag; Überspannung durch Blitz; Explosion; Implosion; Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeugs, seiner Teile oder Ladung;
  • Einbruchdiebstahl, Vandalismus nach einem Einbruch sowie Raub oder den Versuch einer solchen Tat;
  • Leitungswasser;
  • Naturgefahren;
  • Sturm, Hagel;
  • soweit zusätzlich vereinbart: Die weiteren Naturgefahren (Elementargefahren) Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch.

Was unter diesen Gefahren im einzelnen zu verstehen ist, wird in Abschnitt A 3 bis A 6 der VHB 2016 näher definiert. Nicht versichert sind insbesondere Schäden, die durch einen Diebstahl (Also ohne einen Einbruch in die Wohnung) oder dadurch entstehen, dass ein Gegenstand verloren geht.

3. Die generellen Ausschlüsse

Nicht versichert sind nach Abschnitt A 2 der VHB 2016 Schäden durch Krieg, kriegsähnliche Ereignisse, Bürgerkrieg, Revolution, Rebellion oder Aufstand, Innere Unruhen Kernenergie, nukleare Strahlung oder radioaktive Substanzen.

4. Der Versicherungsort

Versichert ist nach Abschnitt A 7 der VHB 2016 der gesamte Hausrat innerhalb des im Versicherungsschein bezeichneten Versicherungsorts, also der Wohnung des Mieters. Zur Wohnung gehören nach Abschnitt A 11 der VHB 2016 diejenigen Räume, die Wohnzwecken dienen und eine selbständige Lebensführung ermöglichen. Dies sind die ausschließlich vom Versicherungsnehmer privat genutzten Flächen eines Gebäudes. Der Nutzung durch den Versicherungsnehmer steht eine Nutzung durch Personen, die mit dem Versicherungsnehmer in häuslicher Gemeinschaft leben, gleich. Räume, die ausschließlich beruflich oder gewerblich genutzt werden, gehören nicht zur Wohnung. Davon ausgenommen sind Räume, die ausschließlich über die Wohnung zu betreten sind (sog. Arbeitszimmer in der Wohnung). Loggien, Balkone sowie an das Gebäude unmittelbar anschließende Terrassen. Gleiches gilt für ausschließlich vom Versicherungsnehmer zu privaten Zwecken genutzte Räume in Nebengebäuden einschließlich Garagen. Diese müssen sich auf dem Grundstück befinden, auf dem sich die versicherte Wohnung befindet. Der Nutzung durch den Versicherungsnehmer steht eine Nutzung durch Personen, die mit dem Versicherungsnehmer in häuslicher Gemeinschaft leben, gleich. Zur Wohnung gehören auch gemeinschaftlich genutzte, verschließbare Räume, in dem Hausrat bestimmungsgemäß vorgehalten wird (z. B. ausgewiesene Stellflächen in Fluren, Fahrradkeller, Waschkeller). Diese müssen sich auf demselben Grundstück befinden, auf dem sich die versicherte Wohnung befindet. Versichert ist der Haurat ebenfalls in privat genutzte Garagen, soweit sich diese in der Nähe des Versicherungsorts befinden.

5. Der versicherte Hausrat

Zum Hausrat gehören nach Abschnitt A 8 der VHB 2016 alle Sachen, die dem Haushalt des Versicherungsnehmers zur privaten Nutzung (Gebrauch bzw. Verbrauch) dienen.

Wertsachen und Bargeld gehören ebenfalls zum Hausrat. Hierfür gelten besondere Voraussetzungen und Entschädigungsgrenzen nach A 18.

Ferner gehören zum Hausrat

  • alle in das Gebäude eingefügten Sachen (z. B. Einbaumöbel und Einbauküchen). Dies gilt aber nur, wenn der Versicherungsnehmer diese als Mieter oder Wohnungseigentümer auf seine Kosten beschafft oder übernommen hat. Er muss aufgrund dessen hierfür die Gefahr tragen.
  • Anbaumöbel und Anbauküchen, die serienmäßig vorgefertigt und lediglich mit geringem Einbauaufwand an die Gebäudeverhältnisse angepasst worden sind.
  • privat genutzte Antennenanlagen und Markisen, die ausschließlich der versicherten Wohnung dienen.
  • selbstfahrende Krankenfahrstühle, Rasenmäher, Go-Karts, Modell- und Spielfahrzeuge, soweit diese nicht versicherungspflichtig sind.
  • Kanus, Ruder-, Falt- und Schlauchboote einschließlich ihrer Motoren sowie Surfgeräte.
  • Fall- und Gleitschirme sowie nicht motorisierte Flugdrachen.
  • Arbeitsgeräte und Einrichtungsgegenstände, die folgenden Personen zu ausschließlich beruflichen oder gewerblichen Zwecken dienen: Dem Versicherungsnehmer oder einer Person, die mit ihm in häuslicher Gemeinschaft lebt.
  • Haustiere, d. h. Tiere, die regelmäßig artgerecht in Wohnungen gehalten werden (z. B. Fische, Katzen, Vögel).

Zum Hausrat gehört auch fremdes Eigentum, das sich im Haushalt des Versicherungsnehmers befindet. Das gilt nicht für Sachen von Mietern bzw. Untermietern des Versicherungsnehmers.

Nicht zum Hausrat gehören nach Abschnitt A 9 der VHB 2016

  • Gebäudebestandteile, es sei denn, sie sind in A 8.3.1 genannt,
  • vom Gebäudeeigentümer eingebrachte oder in sein Eigentum übergegangene Sachen, für die er die Gefahr trägt,
  • Sofern diese Sachen danach durch den Mieter oder Wohnungseigentümer ersetzt werden, sind diese ebenfalls nicht versichert,
  • Kraftfahrzeuge aller Art und Anhänger, unabhängig von deren Versicherungspflicht, sowie Teile und Zubehör von Kraftfahrzeugen und Anhängern, soweit nicht unter A 8.3.4 genannt,
  • Luft- und Wasserfahrzeuge, unabhängig von deren Versicherungspflicht, einschließlich nicht eingebauter Teile, soweit nicht unter A 8.3.4 bis A 8.3.6 genannt,
  • Hausrat von Mietern und Untermietern in der Wohnung des Versicherungsnehmers, es sei denn, dieser wurde ihnen vom Versicherungsnehmer überlassen,
  • Sachen im Privatbesitz, die durch einen gesonderten Versicherungsvertrag (z. B. für Schmucksachen und Pelze, Kunstgegenstände, Musikinstrumente bzw. Jagd- und Sportwaffen) versichert sind,
  • elektronisch gespeicherte Daten und Programme. Kosten für die technische Wiederherstellung von elektronisch gespeicherten, ausschließlich für die private Nutzung bestimmten Daten und Programme sind nur versichert, soweit dies zusätzlich vereinbart ist.
6. Die versicherten Kosten

Tritt der Versicherungsfall ein, entschädigt der Versicherer zunächst nach Abschnitt A 1 der VHB 2016 versicherte Sachen, die zerstört oder beschädigt werden oder infolge solcher Ereignisse abhandenkommen. Darüber hinaus ersetzt er nach Abschnitt A 9 der VHB 2016 folgende Kosten, die infolge eines Versicherungsfalls erforderlich und tatsächlich angefallen sind:

  • Aufräumungskosten
  • Bewegungs- und Schutzkosten
  • Hotelkosten
  • Transport- und Lagerkosten
  • Schlossänderungskosten
  • Bewachungskosten
  • Reparaturkosten für Gebäudeschäden
  • Reparaturkosten für Leitungswasserschäden in Wohnungen Kosten für provisorische Maßnahmen
7. Die Versicherungssumme

Der Höhe nach ist die Ersatzleistung auf die vereinbarte Versicherungssumme beschränkt. Die Versicherungssumme sollte dem Versicherungswert entsprechen. Versicherungswert ist nach Abschnitt A 14 der VHB 2016  der Neuwert. Das ist der Betrag, der aufzuwenden ist, um Sachen gleicher Art und Güte in neuwertigem Zustand wiederzubeschaffen.

8. Der Versicherungsschutz bei Umzug

Wechselt der Versicherungsnehmer die Wohnung, geht der Versicherungsschutz nach Abschnitt A 16 der VHB 2016 auf die neue Wohnung über. Während des Wohnungswechsels besteht in beiden Wohnungen Versicherungsschutz. Der Versicherungsschutz in der bisherigen Wohnung erlischt aber einige Zeit nach Umzugsbeginn. Der Umzug beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem erstmals versicherte Sachen dauerhaft in die neue Wohnung gebracht werden.

Bild: fotodo / Fotolia

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