Fremdwörter vermeiden

Fremdwörter sind eine zweischneidige Angelegenheit. Sie sind manchmal unvermeidlich, weil es keine angemessenen deutschen Begriffe gibt oder weil es sich um Fachbegriffe aus Gesetzen oder Verordnungen handelt, die man aus Gründen der Rechtssicherheit verwenden sollte. Häufig werden sie jedoch ohne einen nachvollziehbaren Grund eingesetzt. Dies führt beim Leser zu Unverständnis, ggfls. sogar zu Verärgerung. Der unnötige Gebrauch von Fremdwörtern kann schnell als unangenehmes Imponiergehabe aufgefasst werden. Dies kann dazu führen, dass die eigentliche Botschaft des Textes in den Hintergrund gedrängt oder gar nicht mehr verstanden wird.

Was überhaupt ein Fremdwort ist, hängt von der angesprochenen Zielgruppe ab. Es ist ein Unterschied, ob der Arzt einem Kollegen oder seinem Patienten schreibt. Ebenso ist es in der Wohnungswirtschaft relevant, ob man einen Vortrag vor Fachpublikum hält oder das gleiche Thema auf zwei Seiten in der Mieterzeitung erörtert.

Wenn man mieterorientierte Texte schreibt, sollte man davon ausgehen, dass für die Zielgruppe alle Fachbegriffe Fremdworte sind. Sie sollten daher möglichst vermieden werden, da sie dem Ziel der einfachen Sprache als Grundlage von Verständlichkeit entgegenstehen. Gleiches gilt für den zumeist unnötigen Gebrauch englischer Wörter wie Facility Management, Contracting oder Outsorcing. Fast immer findet man dafür eine verständliche deutsche Bezeichnung, bei der man davon ausgehen kann, dass die meisten Leser sie kennen und verstehen. Die Betriebskostenverordnung kommt beispielsweise ohne jedes Fremdwort aus. So wichtig ordentliches Englisch im internationalen Verkehr ist, so unverzichtbar ist ein korrekter Gebrauch des Deutschen in der nationalen Kommunikation (Baumert, Professionell texten, Seite 54). Große Wohnungsunternehmen mit internationalen Investoren müssen beides beherrschen, je nachdem, ob sie sich mit einem Text an ihre zumeist deutschen Mieter oder an die häufig ausländischen Anleger wenden.

Natürlich geht es nicht ganz ohne Fachbegriffe und Fremdwörter. Was „preisgebundener Wohnraum” ist, werden die wenigsten Mieter wissen. Trotzdem ist es angemessen, diesen Begriff zu verwenden, da er rechtlich vorgegeben und exakt definiert ist. Man muss ihn dann für die Leser in einer Fußnote oder einem Glossar erläutern. Es gibt auch englische Begriffe, die mittlerweile so geläufig geworden sind, dass man sie eigentlich gar nicht mehr als Fremdwort bezeichnen kann. Daher ist es kein Problem, wenn man den Mietern in einem Schreiben anbietet, sie könnten gerne auch per E-Mail antworten.

 

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