Grillen

Gekocht wird in der Küche. Das gehört zum vertragsgemäßen Gebrauch. Die dabei entstehenden Gerüche können für die Nachbarn lästig sein, sind von den anderen Mietern aber hinzunehmen.

Wer einen Balkon hat nutzt diesen in der warmen Jahreszeit gerne zum Grillen. Auch das gehört zum vertragsgemäßen Gebrauch (LG Stuttgart, Beschluss vom 14.08.1996 – 10 T 359/96). Schließlich wurde die Wohnung mit Balkon gemietet. Anders als beim Kochen in der Küche führt das Grillen auf dem Balkon jedoch immer zu Geruchsbelästigungen, vor allem dann, wenn mit Holzkohle gegrillt wird.

Wie immer muss der Mieter sein Recht, auf dem Balkon zu grillen, unter Berücksichtigung der Interessen der von der Geruchsbelästigung betroffenen Nachbarn ausüben. Wer jeden zweiten Tag 4 Stunden lang mit fünf Freunden auf dem Balkon sitzt und grillt, überdehnt sein Recht und setzt sich dadurch ins Unrecht. Das kann bei entsprechenden Beschwerden der Nachbarn auch zu mietrechtlichen Konsequenzen (Abmahnung, Kündigung) führen. Dabei sollten die Mieter auch bedenken, dass sie zumeist nicht die einzigen sind, die bei gutem Wetter gerne grillen. Auf keinen Fall darf der Rauch direkt in eine andere Wohnung ziehen.

Als Vermieter kann man in der Hausordnung Hinweise zum Grillen geben. Man kann dort aber auch Regelungen treffen, die das Recht zu grillen ganz untersagen oder einschränken (LG Essen, Urteil vom 07.02.2002 – 10 S 438/01). Gerade in größeren Wohnanlagen mit vielen Balkonen kann es sinnvoll sein, zumindest die Verwendung von Holzkohlegrills zu untersagen und die Mieter auf Elektrogrills zu verweisen. Dafür spricht auch der Brandschutz, denn die Lagerung und Verwendung von Holzkohle, Grillanzündern und flüssigen Brennstoffen in dutzenden von Wohnungen ist nicht ungefährlich. Wenn die Möglichkeit besteht sollte man den Mietern im Außenbereich einen Grillplatz zur Verfügung stellen, der Geruchsbelästigungen und Brandgefahren ausschließt.

Vorgaben dazu, wie oft gegrillt werden darf, sollte man nicht in die Hausordnung aufnehmen. Zu vielfältig sind die konkreten Situationen vor Ort. Wenn es tatsächlich zu Auseinandersetzungen darüber kommt, sollte man die Entscheidung im Einzelfall lieber den zuständigen Amtsgericht überlassen.

Im übrigen ist der Lärm bei solchen Grillabenden meist ein größeres Problem als der Geruch. Insoweit verweise ich auf die Ausführungen zum Lärm.

In einer Hausordnung könnten die Regelungen zum Grillen wie folgt aussehen:

Das Grillen mit Kohle oder Holzkohle ist auf Balkonen, Loggien und Terrassen und auf den unmittelbar am Gebäude liegenden Flächen nicht gestattet. Bitte nutzen Sie Elektorgrills und nehmen Sie beim Grillen Rücksicht auf Ihre Nachbarn. 

Bild: karepa / Fotolia

 

 

Ein Kommentar

  • Koch

    Ich wohne in Leuna parterre zur Miete, vor meinem Fenster ein grosser Wäschetrockenplatz. Zur Zeit tummeln sich hier täglich drei bis vier Großfamilien mit Besuch und Grillen. Dazu Bierzelte und planschbecken. An Wäsche trocknen ist hier nicht mehr zu denken, geschweige denn an Nacht”Ruhe”. Ich würde es verbieten, mein Vermieter sieht das anders.

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