Grundbuch

Das Grundbuch ist ein gemäß § 1 Absatz 1 Grundbuchordnung (GBO) bei den Amtsgerichten (Grundbuchamt) geführtes amtliches Register. Es gibt die privaten dinglichen Rechte an Grundstücken wider und hat die Aufgabe, über die das Grundstück betreffenden Rechtsverhältnisse (Eigentum und dingliche Belastungen) möglichst erschöpfend und zuverlässig Auskunft zu geben.

Zu diesem Zweck wird für jedes Grundstück ein eigenes Grundbuchblatt angelegt, dass in folgende Bestandteile gegliedert ist:

  • Deckblatt mit Angaben zum Grundbuchamt und zur Blattnummer;
  • Bestandsverzeichnis mit Katasterangaben;
  • Abteilung I: Eigentumsverhältnisse
  • Abteilung II: Dienstbarkeiten;
  • Abteilung III: Grundpfandrechte

Nach § 2 Absatz 2 GBO werden die Grundstücke im Bestandsverzeichnis des Grundbuchs nach den in den Ländern eingerichteten amtlichen Verzeichnissen benannt (Liegenschaftskataster).

Nach § 3 Absatz 1 GBO ist das Grundbuchblatt für das Grundstück als das Grundbuch im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs anzusehen.

Zum Grundbuch gehören die Grundakten. Die Grundakten enthalten alle Unterlagen zu den Eintragungen im Grundbuch, also z.B. Kaufverträge mit Auflassungen und Grundpfandrechtsbestellungen. Sie sind erforderlich, um Veränderungen im Grundbuch nachvollziehen zu können.

Die Einsicht in das Grundbuch und die Grundakten ist nach § 12 Absatz 1 GBO jedem gestattet, der ein berechtigtes Interesse darlegt.

Das besondere am Grundbuch ist, dass es nach § 892 BGB öffentlichen Glauben besitzt. Ist im Grundbuch für jemand ein Recht eingetragen, so wird vermutet, dass ihm das Recht zusteht. Was im Grundbuch steht, gilt also als richtig, auch wenn das Grundbuch falsch ist.  Das schafft Rechtssicherheit für Erwerber und Geldgeber.

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