Immobilienvermögen

Der größte Teil (ca. 60 %) des Vermögens der Welt besteht aus Immobilien. Das Beratungsunternehmen Savills hat dazu am 13.07.2018 eine Schätzung veröffentlicht, nach der der Wert des weltweiten Immobilienbestandes inklusive der landwirtschaftlichen Flächen  217 Billionen US-Dollar entspricht. Das ist etwa das 2,7-Fache des weltweiten Bruttoinlandsprodukts eines Jahres. Zum Vergleich: Der Wert des gesamten jemals geförderten Golds wird auf etwa 6 Billionen US- Dollar geschätzt. Das sind knapp 3 % des Wertes der Immobilien. Der Wert aller Rentenpapiere liegt bei 94 Billionen US-Dollar, der Wert der Aktien bei 55 Billionen US-Dollar.

75 % des Immobilienvermögens sind Wohnungen, 13 % Gewerbeimmobilien und 12 % landwirtschaftliche Flächen.

Doch während das jährliche Handelsvolumen von Aktien bei ca. 200 % des Bestandes liegt, beträgt es bei Immobilien nur ca. 2 %. Diese Diskrepanz liegt zum einen am hohen absoluten Wert von Immobilien, der die Möglichkeiten vieler Menschen gerade in den Ballungsräumen übersteigt. Ein weiterer Grund dürften aber auch die durch rechtliche Vorgaben verursachten hohen Transaktionskosten sein. Es wird interessant zu sehen, ob die modernen digitalen Techniken daran etwas ändern können oder ob die weiter bestehenden rechtlichen Vorgaben dies verhindern.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hat laut einer Pressemitteilung vom 19.10.2016 gemeinsam mit der Universität Potsdam die Lebenssituation von Hochvermögenden in Deutschland näher untersucht. Ein Aspekt betraf dabei das Immobilienvermögen der Hochvermögenden und der Durchschnittsbürger in Relation zum Gesamtvermögen. Im Durchschnitt weist die Gesamtbevölkerung ein Pro-Kopf-Nettovermögen von 85.000 Euro auf. Den größten Anteil hat daran das Nettoimmobilienvermögen mit 57.000 Euro (Unter dem Nettoimmobilienvermögen wird der Wert des Immobilienvermögens abzüglich der Restschuld verstanden). Das entspricht 67 %.

Ganz anders stellt sich die Vermögenssituation und der Immobilienanteil bei sehr Wohlhabenden dar. Diese haben im Durchschnitt ein Vermögen von mehr als 540.000 Euro. Die untersuchten Hochvermögenden weisen aufgrund ihrer Stichprobenbildung sogar ein Gesamtvermögen von im Durchschnitt mehr als 2,9 Millionen Euro pro Kopf auf.

Mit zunehmender Vermögenshöhe nimmt die Bedeutung des Immobilienbesitzes ab. Während in der Gruppe der Mittleren Einkommen das Nettoimmobilienvermögen einen Anteil von  72 % (51 Tsd. €) hat, sinkt dieser Wert bei den „sehr Wohlhabenden“ auf 48 % (261 Tsd. €) und macht bei den Hochvermögenden nur 39 % (1.151 Tsd. €) des Gesamtvermögens aus. Umgekehrt verhält es sich mit dem Geldvermögen. Die Hochvermögenden weisen mit 40 % einen besonders hohen Anteil beim Geldvermögen auf. Dieses beträgt im Durchschnitt mehr als 1,1 Millionen Euro und damit knapp das Neunfache der Gruppe mittlerer Einkommen mit 13.000 Euro.

Für die meisten Bundesbürger ist die selbstgenutzte Immobilie aufgrund der hohen Immobilienpreise im Verhältnis zu Einkommen oft nur unter Einsatz aller Mittel zu finanzieren, weshalb für sie neben ihrer Immobilie kaum noch nennenswertes Geldvermögen verbleibt. Für Hochvermögende besteht dagegen die Möglichkeit, zusätzlich zur eigengenutzten Immobilie auch noch in andere Vermögenswerte zu investieren.

Bild: jovannig / Fotolia

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