Interesse

Neben dem Vorverständnis ist das Interesse der Mieter ein weiterer wichtiger Faktor, der in die Planung der Kommunikation einbezogen werden muss.

Wer Post von seinem Vermieter bekommt, erwartet in der Regel keine Lektüre, die Spaß beim Lesen macht. Es ist sachorientierte Kommunikation, bei der es um die präzise Mitteilung von Informationen geht. Ausnahmen gelten in gewissen Bereichen für die Website und die Mieterzeitung.

Wenn man trotzdem erreichen möchte, dass die Mieter die Schreiben aufmerksam lesen und zur Kenntnis nehmen, muss man wissen, welches persönliche Interesse sie damit verbinden und dies in den Vordergrund stellen. Wenn man als Mieter eine Betriebskostenabrechnung bekommt, möchte man zunächst einmal wissen, ob man Geld zurückbekommt oder etwas nachzahlen muss. Alle anderen Fragen sind zweitrangig. Der Saldo ist das wichtigste. Daher muss er am Beginn der Abrechnung im Zentrum stehen. Gleich danach kommen die Auswirkungen der Abrechnung auf die Vorauszahlungen. Welche Kosten entstanden sind, wie diese verteilt wurden, welche Veränderungen es gab, was der Vermieter alles zur Kostenbegrenzung unternommen hat, wie man mit der Abrechnung weiter verfahren sollte – alles rechtlich bedeutsame oder inhaltlich interessante Fragen, die aber erst danach kommen.

Es ist daher wichtig, sich bei jedem Text zu überlegen, welches die Interessen der Mieter daran sind und welche im Zentrum oder ein wenig außerhalb davon stehen.

Das Interesse wird vor allem bestimmt von der Art des Textes, den der Mieter bekommt. Die übliche Mieterkorrespondenz einschließlich der Abrechnung der Betriebskosten oder der Mieterhöhung wird in der Regel gelesen und zur Kenntnis genommen. Informationsbroschüren, Webseiten und Mieterzeitungen werden hin und wieder gelesen, weil sich Texte darin finden, die für die Mieter von spezifischem Interesse sind. Werbetexte werden nur gelesen, wenn ein Mietinteressent auf Wohnungssuche ist, dann allerdings intensiv. Je weniger Interesse der Mieter an einem Text hat, desto schwieriger wird es sein, ihn zum Lesen zu bewegen.

Entscheidend ist immer, was den Leser interessiert. Man muss auf den Punkt kommen und das Anliegen des Lesers ernst nehmen, seine Frage verständlich beantworten, seine Erwartung berücksichtigen. Wenn man dies beachtet, hat man schon viel erreicht, die Pflicht erfüllt. Originalität und Anschaulichkeit sind dann die Kür, die aus einem guten ein sehr gutes Ergebnis macht.

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