Kosten nach Verbrauch

Die Betriebskostenarten, die von einem erfassten Verbrauch oder einer erfassten Verursachung durch die Mieter abhängen, sind nach § 556a Absatz 1 Satz 2 BGB nach einem Maßstab umzulegen, der dem unterschiedlichen Verbrauch oder der unterschiedlichen Verursachung Rechnung trägt. Da jede Betriebskostenart von einem Verbrauch oder einer Verursachung abhängt, liegt der Schwerpunkt der Regelung auf der Erfassung dieses Verbrauchs. Wird der Verbrauch nicht erfasst, können die betreffenden Betriebskosten auch nicht danach verteilt werden.

Theoretisch kann fast jede Kostenart nach einem Verbrauchs- bzw. Verursachungsmaßstab verteilt werden. Dies würde jedoch in vielen Fällen einen nicht zu rechtfertigenden Erfassungsaufwand verursachen und die Gebäudenutzer Kontrollen unterwerfen, die in einer freien Gesellschaft nicht möglich sind. Es hat sich daher ein Kanon von vier Betriebskostenarten herausgebildet, die üblicherweise verbrauchs- bzw. verursachungsgerecht verteilt werden. Dabei handelt es sich um folgende Kostenarten:

  1. Entwässerung
  2. Heizung
  3. Warmwasser
  4. Wasser

Für die Heiz- und die Warmwasserkosten ist der verbrauchsgerechte Verteilungsmaßstab durch die HeizkostenVO sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Neben diesen Kostenarten werden in der Praxis manchmal noch die Kosten der Müllbeseitigung mittels sogenannter „Müllschleusen“ und die Kosten einer Wascheinrichtung über Münzautomaten verursachergerecht verteilt. Bei allen andern Kostenarten bleibt es bei der Verteilung nach dem Verhältnis der Wohnflächen.

Die Kosten nach Verbrauch machen den überwiegenden Teil der gesamten Betriebskosten aus. Mieter und Vermieter haben die Möglichkeit, aktiv auf diese Kosten Einfluss zu nehmen, sei es durch bauliche Maßnahmen, durch Managementmaßnahmen und durch ihr persönliches Verhalten. Dadurch können sie dafür sorgen, den Anstieg dieser Kosten zu begrenzen.

Bild: XtravaganT / Fotolia

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