Mietschulden

Die Zahlung der vereinbarten Miete ist die Hauptleistungspflicht des Mieters (Mehr dazu in unserem Beitrag „Die Miete”). Seine anderen Pflichten sind demgegenüber von untergeordneter Bedeutung.

Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, so entstehen Mietschulden. Jeder Vermieter kennt dieses Problem. 2 % muss man im Schnitt mindestens kalkulieren. So sieht es auch § 29 der II. BV vor.

Wir werden uns auf unserer Website an verschiedenen Stellen auch mit dem Thema Mietschulden auseinandersetzen. Dabei geht es um Zahlen zu den Mietschulden, um präventive Maßnahmen und um die juristischen Möglichkeiten, Mietschulden so gering wie möglich zu halten.

Am besten ist es natürlich, Mietschulden gar nicht erst entstehen zu lassen. Dafür ist im Vorfeld eines Mietverhältnisses eine professionelle Bonitätsprüfung erforderlich. Mit dieser befassen wir uns in einem gesonderten Beitrag im Zusammenhang mit dem Abschluss des Mietvertrages.

Mit dem Thema „fristlose Kündigung wegen Zahlungsverzug” werden wir uns in einem Beitrag im Bereich Beendigung des Mietverhältnisses befassen.

Aktuelle Zahlen

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. hat in den  „Wohnungswirtschaftlichen Daten und Trends 2016/2017” auch aktuelle Zahlen zu den Mietrückständen publiziert. Sie sanken bei den GdW-Unternehmen um 3,9 % auf 387 Millionen EUR. Damit betrugen die Mietschulden sie nur noch 2,1 % der Jahressollmiete und liegen in etwa in dem Bereich, von dem auch der Gesetzgeber in der II. BV ausgegangen ist. Seit 2003 hat sich der Anteil der Mietschulden an den Mieteinnahmen damit mehr als halbiert.

In einer Pressemitteilung vom 18. Juni 2018 hat der GdW mitgeteilt, dass die rund 3.000 im GdW organisierten Wohnungsunternehmen im Jahr 2017 erneut einen Rückgang bei den Mietschulden verzeichneten. Diese sind bundesweit um 9,6 Prozent auf 372 Mio. Euro gesunken. Damit sei es den Unternehmen gelungen, die Mietschulden seit dem Jahr 2003 (757 Mio. Euro) um 385 Mio. Euro zu reduzieren. Das sei ein Rückgang um rund 51 Prozent.
Dementsprechend geht der Anteil der Mietschulden an den jährlichen Gesamtmieteinnahmen der GdW-Unternehmen ebenfalls zurück. Im Jahr 2016 betrugen die Mietschulden 2,0 Prozent der Jahressollmiete, 2017 war es nur noch 1,9 Prozent. Seit dem Höchststand der Mietschulden im Jahr 2003 habe sich der Anteil der Mietschulden an der Sollmiete damit von 4,4 Prozent auf 1,9 Prozent deutlich mehr als halbiert. Die westdeutschen GdW-Unternehmen führten zum Jahresende 2017 rund 192 Mio. Euro Mietschulden in ihren Büchern, die ostdeutschen rund 180 Mio. Euro.

Diese Entwicklung hängt nach Auffassung des GdW vor allem mit der stabilen wirtschaftlichen Lage in Deutschland zusammen. Sie ergäbe sich aber auch aus dem aktiven und sozialen Vermietungs- und Mietschuldenmanagement sowie eigenen Beratungs- und Betreuungsangeboten der Wohnungsunternehmen für säumige Zahler. Darüber hinaus bestehe eine vielfältige Zusammenarbeit mit öffentlichen Schuldnerberatungsstellen und sozialen Einrichtungen. So arbeiteten die Unternehmen darauf hin, dass Mietrückstände gar nicht erst dauerhaft entstehen. Um Mietschulden vermeiden zu können, sei es aber ebenso wichtig, dass Vermieter bzw. Wohnungsunternehmen vor Abschluss eines Mietvertrags die Mietbewerber dahingehend prüfen können, ob sie zahlungsfähig seien. Sie müssten daher entsprechende Bonitätsauskünfte einholen dürfen. Dies dienen auch dem Mieter als Schutz vor Überschuldung.

Bild: Antonioguillem / Fotolia

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