Parkettmängel

Parkett ist ein Bodenbelag aus Holz, der vor allem in hochwertigen Wohnungen verwendet wird. Im Berliner Mietspiegel gilt er daher als wohnwerterhöhendes Merkmal, dass eine höhere Miete rechtfertigt (Näheres dazu in unserem Beitrag „Merkmalgruppe 3: Wohnung”).

Inhalt:
  1. Knarrendes Parkett als Mangel der Mietsache
  2. Lose Holzteile als Mangel der Mietsache
  3. PAK im Parkettkleber als Mangel der Mietsache
1. Knarrendes Parkett als Mangel der Mietsache

Parkett kann aber auch Probleme bereiten. Die Nachbarn, insbesondere die aus der Wohnung darunter, können unter den Lärmbelästigungen leiden, die entstehen, wenn Parkett nicht fachgerecht verlegt ist oder einfach alt wird.

Aber auch für die Nutzer der Wohnung mit dem Parkett kann es zu einer Last werden, wenn es nämlich beim Laufen knarrt. Parkett knarrt häufig, mancher empfindet es sogar als Teil der hölzernen Gemütlichkeit vieler Altbauten. Es stellt sich daher die Frage, wann knarrendes Parkett ein Mangel und wann es ein wohliges Attribut einer Wohnung ist. Darüber gibt es zumeist keine vertraglichen Vereinbarungen und keine Normen. Entscheidend ist daher immer die Auslegung des jeweiligen Mietvertrages. Da in den Verträgen zumeist keine ausdrücklichen Regelungen zu finden sein werden, muss sich die Auslegung an den Umständen des konkreten Vertragsschlusses und daran orientieren, was die Beteiligten nach Treu und Glauben erwarten dürfen. In einer Neubauwohnung wird knarrendes Parkett danach in aller Regel wohl einen Mangel der Mietsache darstellen, der zu beseitigen ist. Wird hingegen eine Altbauwohnung vermietet, kann der Mieter nur den Standard erwarten, der dem üblichen Standard vergleichbarer Wohnungen entspricht. Knarrendes Parkett gehört in der Regel dazu (BGH vom 26.07.2004, VIII ZR 281/03). Nach dem vorgenannten Urteil kommt es dabei nicht auf die Ursache des Knarrens an, sondern darauf, ob es zum erwartbaren Standard der Wohnung gehört oder nicht.

Knarrgeräusche des Parketts, die darauf beruhen, dass Reparaturen unfachmännisch ausgeführt wurden, sich einzelne Balken gedreht haben und die gesamte Unterkonstruktion nachgibt, sind hingegen nach einem Urteil des Landgerichts Berlin vom 08.07.2003 (64 S 103/03) immer Mängel der Mietsache.

2. Lose Holzteile als Mangel der Mietsache

Lose Stäbe, Fugen und erhebliche Höhenunterschiede rechtfertigen eine Minderung der Miete (LG Berlin vom 15.03.2002, 63 S 54/00). Die genaue Höhe hängt von Ort und Umfang der Parkettschäden und von den Größenverhältnissen der Wohnung ab.

3. PAK im Parkettkleber als Mangel der Mietsache

Die Belastung einer Wohnung mit dem Parkettkleber PAK (Näheres dazu in unserem Beitrag „Giftstoffe”) in einem gesundheitsgefährdenden Ausmaß stellt einen Mangel der Mietsache dar, der nach einem Urteil des Landgerichts Berlin vom 13.01.2003 (61 S 152/02) eine Mietminderung von 5 % rechtfertigt. Noch weiter geht in dieser Frage das Landgericht Frankfurt a.M. in einer Entscheidung vom 13.03.2001 (2/11 S 306/00): Danach ist der Mieter, wenn er wegen der Gefahr einer vom Parkett ausgehenden Belastung des Hausstaubes mit PAK gezwungen ist, den Boden täglich feucht zu wischen, zu einer Mietminderung von 15 % berechtigt.

Bild: ArTo / AdobeStock

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