Recherche

Wenn ich acht Stunden Zeit hätte um einen Baum zu fällen, würde ich sechs Stunden die Axt schleifen. (Abraham Lincoln, der 16. Präsident der USA, 1809 – 1865)

Die Recherche ist die gezielte Suche nach Informationen. Sie findet vor dem Verfassen des Textes statt. Es handelt sich dabei um eine systematische Sammlung allen Stoffes, der für den Text relevant sein könnte. Alle Fakten und alle Argumente, die zur Beurteilung der zu beantwortenden Fragen und zur Formulierung des Textes wichtig sind, müssen „auf den Tisch“. Welche Punkte das im Einzelnen sind, darauf gehen wir im Zusammenhang mit den jeweiligen Texten näher ein.

Die Recherche bezieht sich vor allem auf den Gegenstand des Textes, der geschrieben werden soll. Sie sollte aber auch Informationen zum Adressaten umfassen sowie die Eigenarten des jeweiligen Mediums (Brief, Broschüre, Vertrag, etc.) ins Auge fassen.

Eine Recherche muss nicht immer umfangreich sein. Gerade bei kurzen Antwortschreiben auf konkrete Mieteranfragen liegt die Antwort häufig auf der Hand.  Hat eine Agentur jedoch den Auftrag, eine Broschüre zum Thema „Betriebskosten“ zu verfassen, ist eine intensive Recherche unumgänglich.

Bei umfangreichen Projekten sollte man nicht einfach beginnen, sondern einen Rechercheplan erstellen. Welche Fragen sollen beantwortet werden? Welches Material wird dafür benötigt? Wo kann man es finden? Wer kümmert sich darum? Bis wann muss die Recherche erledigt sein? Die Bedeutung der Recherche und der zeitliche Aufwand werden häufig unterschätzt, vor allem dann, wenn die Quellen nicht öffentlich im Internet oder in Bibliotheken zugänglich sind, sondern im Hause des Vermieters recherchiert werden muss. Es dauert immer länger, als man denkt.

Aber auch in diesem Fall ist die Recherche nicht beendet, wenn diese Aufgaben abgearbeitet sind. Die Recherche ist eine dauernde Aufgabe, die den Prozess des Schreibens ständig begleitet. In jeder Phase kann eine neue Information oder ein neuer Gedanke neue Fragen in den Vordergrund rücken, die erneuter Recherchearbeit bedürfen.

Im Zentrum der Recherche stehen in der Regel Dokumente die zusammengetragen, gelesen und bewertet werden müssen. Man darf sich jedoch nicht darauf beschränken. Gespräche mit den Betroffenen geben häufig die entscheidenden Hinweise, um ein Problem oder ein Dokument erst richtig einordnen zu können. Wer als Berater den Mietvertrag des Vermieters überarbeiten soll, muss mit den zuständigen Mitarbeitern sprechen, um die relevanten Problemlagen zu erkennen, die geregelt werden müssen. Wer als Mitarbeiter eine unklare Mieteranfrage beantworten soll, tut gut daran, die Unklarheiten durch einen Anruf beim Mieter zu beseitigen.

Auch für diese Gespräche ist eine gute Vorbereitung wichtig. Man sollte daher einen Fragenkatalog entwickeln, damit man sinnvolle Fragen stellen kann, nichts wichtiges vergisst und am Ende alle relevanten Informationen bekommen hat, die man für die weitere Erledigung der Aufgabe benötigt. Dies gebietet auch der Respekt vor dem Gesprächspartner, dem man nicht die Zeit stehlen sollte.

Zu jeder Recherche gehört der kritische Umgang mit den Quellen. Informationen können falsch sein oder durch Interessen beeinflusst. Daher sollte man sich nie auf nur eine Quelle verlassen. Wenn möglich sollte man sich mit den Originalen befassen, also zum Beispiel zitierte Verträge selbst einsehen oder mit dem Hausmeister oder Nachbarn, die angeblich etwas zu einem Sachverhalt aussagen können, selbst sprechen. Wenn es um eine Meinungsverschiedenheit geht muss man immer beide Seiten hören.

Solange noch Zweifel bestehen, ist die Recherche nicht beendet.

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