Schreiben

Im nächsten Schritt folgt die Arbeit an Wort und Satz: der Text wird formuliert. Dies ist nicht der erste und nicht der letzte, aber der wichtigste Schritt.

Das Material liegt vor, wurde gesichtet, bewertet und geordnet. Die Gliederung steht zumindest in groben Zügen. Es geht nun darum, wie ein Bildhauer aus dem Marmorblock, der unbehauen im Atelier steht, die Figur herauszuarbeiten, die man im Geiste oder auf den Skizzen bereits vor sich sieht. Man kann mit dem ersten Absatz beginnen. Man kann aber auch mit einem Teil des Textes starten, zu dem einem sofort etwas einfällt oder zu dem bereits Material vorliegt. „Der erste Satz, den der Leser liest, ist nicht unbedingt der erste Satz, den der Autor schreibt.” (Hoffmann, Besser schreiben für Dummies, Seite 117) Für eine Modernisierungsankündigung nach § 555c BGB liegen häufig ausformulierte Vorarbeiten zu den geplanten baulichen Maßnahmen vor, mit denen man die Arbeit beginnen kann. Wenn dieser Anfang erst einmal geschafft ist, fällt das Weiterschreiben in der Regel leichter.

Man schreibt nicht mit dem Anspruch, dass schon der erste Wurf perfekt gelingt. Denn das ist nicht möglich. Am Anfang entsteht immer erst einmal ein Entwurf, von dem schon vor seiner Entstehung klar ist, dass er überarbeitet und weiterentwickelt werden muss. Den Entwurf schreibt man so gut es geht, aber ohne den Anspruch der Perfektion (Hoffmann, Besser schreiben für Dummies, Seite 95). Der Entwurf ist die Grundlage, auf der man weiterarbeitet

Ein guter Schreibstil unterstützt die Verständlichkeit der Texte. Wohnungswirtschaftliche Texte sind jedoch keine Literatur, sondern Gebrauchstexte. Auch der Stil muss sich daher an der Sache und am Leser, dem Mieter, orientieren. Auf literarische Extravaganzen kann man verzichten. Man sollte daher inhaltlich und stilistisch immer sachlich bleiben. Einige Hinweise auf einen guten verständlichen Schreibstil und auf Formulierungen, auf die man besser verzichten sollte, sind im Beitrag „Verständlich formulieren” bereits genannt worden.

Wichtig ist auch, dass innerhalb eines Textes der innere Aufbau sinnvoll ist. Die Informationen müssen so aufgebaut werden, dass eins das andere ergibt. Dabei schreibt man in der Regel vom Allgemeinen zum Besonderen. So kommen in der Betriebskostenabrechnung erst die Kosten der Liegenschaft, dann der Anteil des Mieters daran.

Schriftart, Schriftgröße und Sprachregeln finden sich in den Gestaltungsrichtlinien, die sich jedes ambitionierte Wohnungs- und Verwaltungsunternehmen geben sollte.

Im Zeitalter der EDV entstehen viele Texte durch „copy and paste“. Ein altes Dokument wird geladen, kopiert und überschrieben. Dies kann sich zu einer Fehlerquelle entwickeln, der man nur mit größter Selbstdisziplin begegnen kann. Stattdessen sollte man Vorlagen nutzen, in denen Namen und sonstige veränderliche Bezeichnungen durch Variablen ersetzt sind, die der Autor durch individuelle Einträge ersetzen muss. Häufig erfolgt dies automatisiert aus Datenbanken heraus.

Auch wenn Muster und Vorlagen es erleichtern, einen Text zu schreiben, sollte man immer daran denken, dass Arbeit und Sorgfalt dazugehören. Die schnelle und leichte Formulierung ist manchmal falsch, häufig unpassend und fast nie die beste. Fontane lässt uns wissen, dass er drei Viertel seiner literarischen Tätigkeit darauf verwandt hat, am Text zu feilen (Duden, Stilsicher schreiben, 2010, Seite 42). Dieser Maßstab gilt für die Literatur, nicht für die Wohnungswirtschaft. Aber der Anspruch, professionell zu arbeiten, sollte auch hier bestehen.

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