Überprüfen und überarbeiten

Bevor er zur Freigabe weitergegeben oder versandt wird, muss der Text überprüft und überarbeitet werden. Dies gilt für alle Texte, nicht nur für die langen und komplexen. Auch eine E-Mail sollte nochmals gelesen und gegebenenfalls überarbeitet werden, bevor man sie versendet.

Die Überarbeitung erfordert Zeit, Sorgfalt und Ehrlichkeit mit sich selbst. Sie ist kein Zeichen schlechter Arbeit, sondern ein notwendiger Bestandteil der Entstehung eines guten Textes.

Bei vielen Texten sollte man diese Aufgabe nicht allein erledigen, sondern Dritte (Korrektoren) mit in die Überarbeitung einbeziehen, die den Text gegenlesen. Das ist vor allem wichtig bei längeren sowie bei besonders bedeutsamen Texten. Man umgeht so die eigene Textblindheit. Denn als Autor liest man irgendwann nur noch das, was man schon weiß. Der Korrektor dagegen liest das, was er auf dem Blatt sieht (Hoffmann, Besser schreiben für Dummies, Seite 212). Außerdem sehen vier Augen mehr als zwei (Hoffmann, Besser schreiben für Dummies, Seite 101). Voraussetzung für die Arbeit des Korrektors ist, dass der Autor selbst den Text bereits in die aus seiner Sicht bestmögliche Verfassung gebracht hat. Die Verantwortung bleibt aber am Ende allein beim Autor.

Die Überarbeitung sollte nicht am Original des Textes, sondern in einer Kopie vorgenommen werden. Dies gilt vor allem bei der Korrektur am Rechner. Ein Duplikat ist schnell gefertigt. Dabei sollte man ein anderes Format wählen als beim Schreiben. Sie können den Text auch ausdrucken. Wichtig ist, dass der Text anders aussieht als die Version, an der Sie Stunden oder Tage gearbeitet haben. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Sie sehen, was Sie schreiben wollten, nicht das, was Sie geschrieben haben.

Bevor man mit der Überarbeitung beginnt, sollte man den Text einmal am Stück durchlesen und auf sich wirken lassen. Wenn man einen Überblick gewonnen hat, kann man treffender korrigieren. Außerdem wird manche Antwort, die man sonst vermisst, vielleicht später gegeben.

Prüfen sollte man die verschiedenen Aspekte nacheinander, nicht gleichzeitig. Zunächst kontrolliert man den Text und die Gliederung auf sachliche Richtigkeit, danach auf sprachliche Stimmigkeit. Rechtschreibung und Zeichensetzung werden erst ganz am Schluss überprüft. Dafür nutzt man zunächst das Rechtschreibprogramm, dass sich mittlerweile in allen professionellen Textverarbeitungsanwendungen findet. Manche Fehler entdecken diese Programme aber nicht. Vor allem komplexe Texte mit vielen Fachbegriffen müssen daher mindestens einmal auf Schreibfehler gegengelesen werden.

Lässt man den Text durch eine zweite oder noch mehr Personen überprüfen, so sollten sie ein gemeinsames Exemplar nacheinander durchsehen. Einer sollte auf den Korrekturen des anderen aufbauen können. Andernfalls entsteht gerade bei längeren Texten das Problem, dass der Abgleich der Korrekturen zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt.

Kritik und Korrektur durch Dritte müssen sachlich und begründet vorgenommen werden, damit sie nicht verletzen. Auch der Korrektor muss für Kritik offen sein. Nicht immer liegt er mit seinem Vorschlag richtig. Eine Diskussion über den Inhalt oder eine bessere Formulierung sollte man nicht scheuen. Es muss dann am Ende aber auch entschieden werden.

Wenn man selbst darum gebeten wird, den Text eines anderen zu korrigieren, sollte man ebenfalls nicht einfach darauf los lesen, sondern geplant und strukturiert vorgehen. Für eine sinnvolle Korrektur ist es erforderlich, die nähere Umstände des Textes zu kennen. Vor der Überarbeitung steht daher das Gespräch mit dem Autor. Man sollte sich den Text und seine Struktur, sein Ziel und vor allem die Zielgruppe erläutern lassen.

Wenn die Überarbeitung vorliegt, ist daher gerade bei längeren Texten wie einem Mietvertragsformular oder einer Betriebskostenabrechnung ein gemeinsames Gespräch zwischen dem Verfasser des Textes und dem Korrektor angebracht. Nicht jede Korrektur bezieht sich auf einen Fehler im Text, bei dem es nur richtig oder falsch gibt. Häufig geht es auch um Wertungen, bei denen man unterschiedlicher Meinung sein kann. Dies sollte miteinander diskutiert werden. Die letzte Entscheidung obliegt dabei dem Verfasser.

Die akzeptierten Korrekturen werden dann am Schluss der Diskussion durch den Verfasser in den Text eingearbeitet.

 

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